🏠 Mehr Sicherheit für Ihr Zuhause: Einbruchschutz und die staatliche Förderung

Petra Rommel

November 18, 2025

Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden ist mehr als nur ein materieller Schaden – es ist ein tiefer Eingriff in das Sicherheitsgefühl. Doch die gute Nachricht: Sie können Ihr Eigenheim wirksam schützen! Moderne Sicherheitstechnik und mechanische Sicherungen machen Einbrechern das Leben schwer. Und das Beste: Der Staat unterstützt Ihre Investitionen in die Sicherheit.

  1. Die Schwachstellen kennen und gezielt sichern

Die meisten Einbrüche (oft über 80 %) erfolgen über Fenster, Fenstertüren oder die Hauseingangstür. Die Täter versuchen in der Regel, innerhalb weniger Minuten ins Haus zu gelangen. Halten Ihre Sicherungen länger als 3 bis 5 Minuten stand, brechen die meisten Täter ab.

Die wichtigsten mechanischen Sicherungen

Mechanische Sicherungen sind die Basis jedes effektiven Einbruchschutzes.

  • Fenster und Fenstertüren (Terrasse/Balkon):
    • Widerstandsklasse (RC): Achten Sie beim Neukauf oder bei Nachrüstungen auf die Widerstandsklasse RC 2 oder höher (RC = Resistance Class). Diese bieten einen geprüften Grundschutz gegen den Einsatz einfacher Werkzeuge.
    • Nachrüstungen: Selbst ältere Fenster lassen sich oft nachrüsten, z. B. mit Pilzkopfverriegelungen (gegen Aufhebeln), abschließbaren Fenstergriffen (gegen das Drehen des Griffs nach dem Scheibeneinschlagen) und Bandseitensicherungen.
  • Haus- und Nebeneingangstüren:
    • Auch hier ist die Widerstandsklasse RC 2 empfohlen.
    • Zusatzsicherungen: Hochwertige Querriegelschlösser (Panzerriegel) sichern die Tür über die gesamte Breite und sind eine sehr effektive Nachrüstmaßnahme.
    • Schließzylinder und Beschläge: Einbruchhemmende Profilzylinder mit Zieh- und Bohrschutz sowie massive, von außen nicht abschraubbare Schutzbeschläge sind unerlässlich.

Ergänzende Sicherheitstechnik

Zusätzlich zu den mechanischen Maßnahmen können elektronische Systeme die Sicherheit erhöhen.

  • Einbruch- und Überfallmeldeanlagen (Alarmanlagen): Moderne Anlagen, idealerweise nach der Norm DIN EN 50131 Grad 2 oder mit VdS-Zertifizierung, melden Eindringlinge akustisch und oft auch an einen Sicherheitsdienst oder das eigene Smartphone.
  • Videoüberwachung und Smart-Home-Lösungen: Kameras im Eingangsbereich und smarte Lichtsysteme mit Bewegungsmeldern wirken abschreckend und helfen bei der Aufklärung.

💡 Wichtiger Hinweis: Die polizeilichen Beratungsstellen bieten kostenlose und neutrale Beratung vor Ort an. Nutzen Sie dieses Angebot, bevor Sie größere Investitionen tätigen!

 


 

  1. 💰 So wird Ihr Einbruchschutz gefördert

Damit Ihnen die Investition in die Sicherheit leichter fällt, bietet der Staat über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) attraktive Fördermöglichkeiten.

Die KfW-Förderung: Kredit und Zuschuss

Ihre Investitionen in den Einbruchschutz können Sie aktuell über das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen – Kredit (159)“ finanzieren.

Förderprodukt Programm-Nr. Art der Förderung Maximale Höhe Wichtigste Merkmale
Altersgerecht Umbauen 159 Zinsgünstiger Kredit Bis zu 50.000 € je Wohneinheit Kann für Maßnahmen zur Barrierereduzierung UND zum Einbruchschutz genutzt werden.

Was wird gefördert?

Gefördert werden in der Regel Maßnahmen, die bestimmte Mindestanforderungen (z. B. Widerstandsklasse RC 2) erfüllen und von einem Fachunternehmen durchgeführt werden:

  • Der Einbau/die Nachrüstung einbruchhemmender Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren.
  • Der Einbau/die Nachrüstung einbruchhemmender Fenster und Fenstertüren.
  • Nachrüstsysteme für Fenster und Türen (z. B. Pilzkopfverriegelungen, Querriegelschlösser).
  • Einbau von Einbruch- und Überfallmeldeanlagen.
  • Sicherheitstechnik in Smart-Home-Anwendungen mit Einbruchmeldefunktion.

Wichtig: Der bis 2023 beliebte direkte Zuschuss für Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz (Programm 455-E) wird derzeit nicht mehr angeboten. Die Finanzierung erfolgt nun primär über den günstigen Kredit 159.

Alternativ: Steuerbonus für Handwerkerleistungen

Unabhängig von der KfW-Förderung können Sie Handwerkerleistungen für Sicherheitsmaßnahmen steuerlich geltend machen. Sie können 20 % der Lohnkosten (bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 € pro Jahr) direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen. Das entspricht einer maximalen Ersparnis von 1.200 € jährlich.

Beachten Sie: Eine Doppelförderung (gleichzeitige Inanspruchnahme von KfW-Kredit und Steuerbonus für die gleichen Kosten) ist in der Regel nicht möglich.

  1. Der Weg zur Förderung – Schritt für Schritt
  1. Planung und Beratung: Lassen Sie sich von einer (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle und einem Fachunternehmen beraten.
  2. Angebot einholen: Das Fachunternehmen erstellt einen Kostenvoranschlag für die geplanten, förderfähigen Maßnahmen.
  3. Antragstellung: Beantragen Sie den KfW-Kredit 159 IMMER vor Beginn der Arbeiten über Ihre Hausbank (oder ein anderes Finanzinstitut).
  4. Maßnahmen durchführen: Nach Erhalt der Zusage können die Arbeiten beginnen.
  5. Nachweis und Auszahlung: Nach Fertigstellung und Vorlage der Rechnungen sowie der Fachunternehmerbestätigung erfolgt die Auszahlung des Kredits.

 


 

Fazit:

Einbruchschutz ist eine lohnende Investition in die Sicherheit und den Wert Ihres Eigenheims. Warten Sie nicht, bis es zu spät ist! Informieren Sie sich über die technischen Anforderungen (z. B. RC 2) und nutzen Sie die staatliche Unterstützung durch die KfW.

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