💸 Maklercourtage: Verschenktes Geld oder notwendige Investition? Ein kritischer Blick auf die Provision

Petra Rommel

November 18, 2025

Die Maklercourtage – oft auch als Maklerprovision bezeichnet – gehört zu den größten Posten bei den Kaufnebenkosten einer Immobilie. Da liegt die Frage nahe: Ist dieses Geld wirklich gut investiert oder am Ende nur verschenktes Geld, das man sich durch einen Direktverkauf oder die eigene Suche sparen könnte?

Gerade angesichts der gesetzlichen Neuregelung in Deutschland seit Dezember 2020, die die Kosten beim Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern zwischen Käufer und Verkäufer in der Regel hälftig teilt (Halbteilungsprinzip), ist die Diskussion aktueller denn je.

 


 

Was leistet ein Makler eigentlich für sein Geld?

Die Höhe der Courtage – meist zwischen 3,57 % und 7,14 % (inkl. Mehrwertsteuer) des Kaufpreises, je nach Bundesland und Verhandlung – mag auf den ersten Blick schmerzhaft erscheinen. Doch die Provision wird nur bei Erfolg fällig. Das heißt: Kein Kaufvertrag, keine Zahlung.

Hier einige zentrale Leistungen, die ein professioneller Makler erbringt:

  • Marktwertermittlung: Ein Makler kennt den lokalen Markt und kann einen realistischen und marktgerechten Verkaufspreis festlegen, um weder Geld zu verschenken noch die Immobilie „tot zu inserieren“.
  • Professionelle Vermarktung: Von der Erstellung hochwertiger Exposés und Fotos bis zur Schaltung zielgruppengerechter Anzeigen auf Portalen und im eigenen Netzwerk.
  • Zeitersparnis und Entlastung: Der Makler übernimmt die Koordination unzähliger Besichtigungstermine, beantwortet alle Anfragen (oft auch außerhalb der üblichen Bürozeiten) und filtert „Besichtigungstouristen“ heraus.
  • Verhandlungsführung: Er agiert als neutraler Puffer zwischen Käufer und Verkäufer und führt die Preisverhandlungen professionell, um den bestmöglichen Preis zu erzielen.
  • Bonitätsprüfung: Eine der wichtigsten Leistungen ist die sorgfältige Prüfung potenzieller Käufer, um sicherzustellen, dass der Kauf finanziell tragfähig ist und der Prozess nicht kurz vor dem Notartermin platzt.
  • Vorbereitung und Abwicklung: Er unterstützt bei der Zusammenstellung aller notwendigen Dokumente und der Vorbereitung des Kaufvertrags in Abstimmung mit dem Notar.

 


 

Argument: Maklercourtage ist verschenktes Geld 🙅♀️

Wer argumentiert, die Courtage sei unnötig, sieht vor allem die hohen Kosten und ist überzeugt, die Aufgaben selbst oder mit geringerem Aufwand erledigen zu können.

  • DIY-Verkauf: In einem sehr starken Verkäufermarkt kann man unter Umständen auch als Laie schnell einen Käufer finden.
  • Kostenersparnis: Die Provision entfällt bei einem Direktverkauf komplett (für den Verkäufer) oder ist zumindest hälftig gespart (für den Käufer nach neuer Regelung).
  • Persönliche Kontrolle: Man behält die volle Kontrolle über den Prozess, die Kommunikation und die Preisgestaltung.

Argument: Maklercourtage ist eine notwendige Investition

Die Befürworter sehen in der Courtage ein Erfolgshonorar für eine komplexe und zeitaufwändige Dienstleistung.

  • Höherer Verkaufspreis: Statistiken zeigen oft, dass Makler durch ihre Expertise und Verhandlungsgeschick einen höheren Verkaufspreis erzielen, der die Courtage mehr als aufwiegt.
  • Rechtssicherheit: Ein Makler sorgt für einen rechtssicheren Ablauf und minimiert das Risiko von Fehlern bei Dokumenten oder Verträgen.
  • Effizienz: Die professionelle Abwicklung führt in der Regel zu einer schnelleren Vermarktung, was gerade bei hoher zeitlicher Dringlichkeit ein großer Vorteil ist.
  • Entlastung: Verkäufer sparen enorme Zeit und Nerven, die sie sonst in die Vermarktung, Besichtigungen und Verhandlungen stecken müssten.

 


 

Fazit: Es ist eine Frage des Wertes, nicht der Kosten

Ob die Maklercourtage „verschenktes Geld“ ist, hängt letztlich davon ab, welchen Wert man der erbrachten Dienstleistung beimisst.

Für diejenigen, die die Expertise, die Zeitersparnis und die Sicherheit einer professionellen Abwicklung schätzen, ist die Courtage eine gerechtfertigte Investition, die sich durch einen höheren Verkaufspreis oder einen reibungslosen Kaufprozess amortisieren kann.

Wer hingegen viel Zeit, Marktkenntnis und Verhandlungsgeschick mitbringt, mag den Direktverkauf als kostengünstigere Alternative sehen. Aber Vorsicht: Zeit ist auch Geld.

💡 Wichtig: Vergleichen Sie Makler nicht nur nach der Provision, sondern vor allem nach der Qualität ihrer Leistungen, ihrer Erfahrung und ihren Referenzen. Ein guter Makler verkauft nicht nur, er vermittelt erfolgreich und sicher.

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